Aus der Stille immer lauter werden.

Ambros Gasser baute mit Snøhetta für 5 Millionen Euro einen neuen Firmensitz und katapultiert sein Unternehmen ASI Reisen damit in den internationalen Architektur- und Employer Branding Fokus. 

Photos by Anna Fichtner

ASI Reisen, das ist in Tirol ein Begriff. Die 1963 von Hannes Gasser gegründete „Alpinschule Innsbruck“ war ein Pionier auf dem Gebiet der alpinen Ausbildungen und wuchs nach der Übernahme (2011) durch Ambros Gasser zum progressiven Unternehmen mit rund 50 MitarbeiterInnen und 27 Millionen Umsatz. 

Ambros Gassers Innovationskraft, gepaart mit spitzbübischem Antrieb Dinge auszuprobieren, zeigten sich zuletzt durch die Gründung von WeDesignTrips. Das firmeneigene Spin-off wurde mit unabhängigem Team im Gründungszentrum Werkstätte Wattens angesiedelt und darf dort als hauseigene, digitale Konkurrenz neue Wege gehen. Solche Modelle kennt man eigentlich nur von großen Konzernen, die mit ihren Inkubatoren oder Zukäufen von Startups Innovation in die behäbige Großstruktur pumpen. 

Mit dem Neubau der Firmenzentrale setzt Ambros Gasser erneut einen entscheidenden Meilenstein mit Weitblick. Während die meisten kleinen und mittleren Unternehmen Employer Branding gerade für sich entdecken, realisiert ASI Reisen gemeinsam mit den preisgekrönten Snøhetta Architekten einen der attraktivsten Arbeitsplätze in den Alpen.

Der Standort „In der Stille 1“ über Innsbruck ist historisch schon seit 30 Jahren das Zuhause, doch alles andere ist avantgardistische Praxis. 4 Stockwerke im Holzbau, verdammt viel Glas mit Blick in den Wald, moderne Arbeitswelten, Gemeinschaftsküche, Yoga und Rückzugsräume, alternative Energieproduktion und eine lebende Fassade aus Kletterpflanzen machen aus einer Zentrale das „Nest“ – wie sie es liebevoll getauft haben. Man spürt, da haben Leute viel nachgedacht. Substanz, nicht Show.

Und der Name „Nest“ ist Programm. Ambros Gasser hat schon lange den entscheidenden Wert von MitarbeiterInnen erkannt und zeigt mit dem Projekt, wie ernstgemeintes Investment in Unternehmenskultur und Arbeitsqualität aussehen kann. Machen, während andere noch reden.

Bei unserem Besuch im Rahmen der Innsbrucker Architekturgespräche befand sich das Projekt im Baufinale. Im September, nach gerade mal einem Jahr Bauzeit, zieht das Team wieder ein. Und wir werden schon bald vor Ort mit Ambros über Unternehmenskultur, erste Empfindungen im Nest und neue unternehmerische Ideen sprechen. Wer ihn kennt weiß: Die gibt es immer.

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